Anfang
Manchmal denke ich, man müsste mal was ganz Verrücktes machen im Leben, was ganz Außergewöhnliches! Zum Beispiel die Bibel lesen. Komplett, von vorne bis hinten. Donnerwetter, das wäre es! Vollkommen abgefahren! Mein Professor im Fach Kunstgeschichte führte uns Studenten immer kurz vor der Prüfung wie eine Art Menetekel den großen Kunsthistoriker und Sozialphilosophen John Ruskin vor Augen: Drei mal hat er in seinem Leben die Bibel durchgelesen!!! Drei mal! Ich habe nicht mal die Hälfte geschafft, nicht mal ein Viertel, eigentlich breche ich bei der Erschaffung der Frau schon jedes Mal ab, aus Frust: „Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.“
Na wunderbar, ich war Rippe! Warum eigentlich
Rippe? Wenn Gott uns Frauen doch wenigstens aus einer knackigen Arschbacke
modelliert hätte, oder aus einem saftigen Stück Sixpack, aber musste es
ausgerechnet die Rippe sein? Sicherlich, so eine Rippe ist noch das am ehesten
Entbehrliche für den Mann, aber das ist mal wieder typisch: Wenn Männer
Zugeständnisse an Frauen machen, dann nur solche, die ihnen nicht wirklich weh
tun!
Vielleicht wollte Gott auch gar keine Frau kneten,
sondern das war ein Zufall. Ja, so muss es gewesen sein. Gott dachte sich, ach,
so ein Mann mit 13 Rippchen auf einer Seite, sieht ja irgendwie scheiße aus, dann hat er das dreizehnte Rippchen einfach
rausgerissen und unschlüssig an seinem Männchen herumgeknetet, unten ein Loch
reingebohrt, ein paar lustige Kügelchen in Brusthöhe dran gezwirbelt, gekichert
und fertig war die Frau. Und weil Gott selber nichts damit anzufangen wusste,
weil er eigentlich schwul ist und heimlich den Teufel liebt, schenkte er sie
Adam. Ja, so muss es gewesen sein!
Die Schöpfung der Frau war ein Versehen! Hätte Gott
gewusst, was er der Menschheit mit seiner Frau antut, er hätte bestimmt
was anderes geknetet, was Brauchbares.
Ein Tamagotchi, eine Penispumpe oder eine elektronisches Krawattenrondell, aber
doch keine Frau! Okay, zur Fortpflanzung hat sie sich im Nachhinein als
einigermaßen praktisch erwiesen und auch für die Friseur- und Modeindustrie war
sie kein schlechter Fang. Aber sicher ist: mit der Frau beginnt das eigentliche
Malheur der Weltgeschichte. Die Frau ist an allem Schuld: Verführung, Erbsünde,
Scham, Kain und Abel, Napoleon, Hitler, Saddam Hussein, Überbevölkerung, Aids,
Klimakatastrophe, Germanys Next Topmodel, Bruce Darnell. Kurzum, mit der Frau
kam das Böse in die Welt.
Dass ausgerechnet die Frau aber auch unbedingt vom
Baum der Erkenntnis essen muss! Hätte sie nicht genauso gut vom Baum der
Blondheit essen können, wie Heidi Klum? Nein, das ist mal wieder typisch Frau:
Sie liebt das Verbotene, das Unerreichbare, stets will sie mehr als sie hat!
Sie könnte das Paradies haben, aber sie brüllt: „Pah! Was ist schon das
Paradies für eine Frau? Da bin ich nackt! Da habe ich ja gar kein Prada und
Gucci, kein Manolo Blahnik und kein Louis Vuitton, was also zum Teufel soll ich
hier, Gott?“
Und der Mann? Der ist mal wieder zu feige, offen auszudrücken, was er wirklich will. Eigentlich wollte unser Adam nämlich sagen: „Komm Eva, geh mich wech’ mit deine Erkenntnis, ich will viel lieber dumm bleiben, das ist für uns alle besser! Guck ma’ Eva, wir könnten der Welt glatt die Menschheit ersparen!“ Aber nein, stattdessen gibt Adam, dieser Warmduscher, nach. „Na gut“, wird sich der Adam irgendwann gedacht haben, „damit die blöde Nervensäge endlich Ruhe gibt mit ihrem dummen Baum, ess’ ich den blöden Apfel eben!“ Dabei hätte er wissen müssen: Trau keinem Ex-Rippchen! Schon gar nicht deinem eigenen! Hey Adam, Gott wusste schon, warum er dir dieses Miststück rausgerissen hat!
Tja Pech gehabt! Ein Bissen vom Apfel und aus war
es mit dem paradiesischen Leben für unseren Adam. Seltsam nur, dass die Männer
aus diesem Faux Pas bis heute nicht gelernt haben: „Na gut“, denken sich heute
noch alle Adams, „damit die blöde Nervensäge endlich Ruhe gibt, kaufe ich ihr
die dummen Schuhe für dreihundert Euro eben!“
Okay, die Frau hatte seit der Vertreibung aus dem
Paradies auch nicht viel zu lachen. Besondere Kennzeichen „Erbsünderin“ und
Soft-Skills „Welterste Verräterin" machen sich auch nicht besonders gut
im Lebenslauf, aber das ist ja nur die gerechte Rache für ihren
Erkenntniswillen! Warum müssen Frauen auch immer so neugierig sein und in alles
ihre Nase stecken?
Rosie The Riveter Action Figure

Gefunden im empfehlenswerten Museumsshop der "Deutschen Guggenheim" Unter den Linden. Auch im Internet zu bestellen. Kurzer Hinweis in eigener Sache an dieser Stelle: Hatte in Berlin viel Gelegenheit nachzudenken, dabei ist ein wirklich gutes Buchthema herausgekommen, an das ich mich jetzt mal ganz losgelöst vom Blog machen werde. Ohnehin werde ich das Bloggen etwas zurückfahren, es raubt auf Dauer einfach zu viel Zeit und Kraft, die für private und andere künstlerische Dinge fehlt. Habe nämlich beschlossen, jetzt wirklich mal viel zu zeichnen und zu malen und verschiedenen Techniken zu erlernen. Lade Euch dann gewiss zu meiner ersten Ausstellung ein :-)
Museal-Mediales Multitasking
Ich will mal wieder etwas Positives schreiben. Zum Beispiel über Museen. Ich liebe Museen und ich bin gerne dort. Vor allem wegen der Kunst, sie inspiriert mich, aber auch wegen der Menschen. Menschen, die ins Museum gehen, finde ich angenehm. Nicht alle, aber die meisten. Manche riechen auch, ja, aber nicht so schlimm wie beispielsweise in der U-Bahn. In der U-Bahn trifft man auf ganz schön schlimme Achselhöhlenstinker. Das sind meistens Jungen, die noch nicht wissen, dass man unter den Achseln auch stinken kann, vor allem, wenn man dort Haare bekommt. Ich halte prophylaktisch immer die Luft an, wenn Jugendliche an mir vorbeigehen, das hilft! Bleiben sie allerdings unvorhergesehener Weise spontan vor mir stehen, erleide ich einen Erstickungsanfall.
Prost Postmaterialismus!
Nun also sind wir seit fast einer Woche Wahlberliner, Prenzlberger genauer gesagt. Wobei man Prenzlberger ja eigentlich nicht sagen darf, das steht zumindest in jedem Reiseführer als absolutes No-Go, sagt mein Mann. Auf der anderen Seite heisst die Kiezpostille, die hier in jeder Kneipe ausliegt, auch "Prenzlberger Ansichten". Ich habe meinen Fund meinem Mann nicht ohne Stolz unter die Nase gerieben.
Bücherschreiben
Ich könnte diese Geschichte auch nennen: Wie ich einmal versuchte, ein Buch zu schreiben und scheiterte. Sagen wir mal so, ich weiß noch nicht sicher, ob ich gescheitert bin, aber ich fühle mich nach zwei Monaten Herumprobieren so gut wie gescheitert. Nun gut, gefühltes Scheitern ist noch kein echtes Scheitern, aber im Scheitern kenne ich mich aus. Ich habe mittlerweile einiges an Übung im Scheitern. Wenn man so will, bin ich ein echter Profi-Scheiterer. Darüber könnte ich ein Buch schreiben: "Das große Buch des Scheiterns" oder "So scheitern sie richtig!"
Ich finde Scheitern nicht schlimm - natürlich schon aus Selbstschutz. Scheitern hat etwas ungemein Befreiendes. Endlich kann man sich sagen: Hör auf mit dem Krampf! Du blöde Nuss! Sieh ein: Du bist gescheitert! Dann kann man innerlich erleichtert aufatmen, Balast abwerfen und weitermachen, mit etwas anderem. Man kann Dinge tun, die man immer schon mal machen wollte, zum Beispiel einen Klöppelkurs besuchen oder Ikebana. Und man wird sich asbald denken, wozu Bücher schreiben, wo es doch Ikebana gibt?
Promis
Es ist heutzutage nicht leicht, in Deutschland ein Promi zu werden. Man muss erstens sehr dumm und zweitens sehr ordinär sein. Das stellt jeden halbwegs gescheiten und ausdifferenzierten Menschen vor eine schwierige Aufgabe. Wobei jeder halbwegs gescheite Mensch vermutlich auch kein Interesse mehr daran hat, prominent zu werden. So lässt der deutsche Prominachwuchs denn auch zu wünschen übrig. Prominachwuchscamps wie "Big Brother", „GZSZ“ oder „DSDS“ sind vielleicht auch nicht unbedingt ideale Promi-Brutstätten für langfristigen und nachhaltigen Erfolg. Junge Promis kommen und gehen wie Eintagsfliegen, es lohnt sich fast gar nicht mehr, sich die Namen zu merken. Letztens meinte mein Mann, als ich ihm sagte, ich nächtigte im Hotel „Lux Eleven“ in Berlin, ironisch: „Hey, dann bist du ja Nachbar von Mark Medlock“. „Mark was?“ Ich hatte keine Ahnung wer dieser „Mark Medlock“ ist und es interessierte mich auch nicht, die Bekanntschaft jenes jungen Mannes zu machen.
Heute ist Weltkusstag!

Tauben
Max Goldt sagte einmal, man erkennt den Charakter eines Menschen an seinem Verhältnis zu Tauben. Ich mag Tauben nicht sonderlich, euphemistisch ausgedrückt. Ich mag aber Mäuse, vielleicht kompensiert meine Mausophilie meinen schlechten Taubencharakter. Ich habe eine Abneigung gegen Tauben, seitdem wir uns im Taubenbelagerungszustand befinden, also seitdem wir hier wohnen. Mein Mann sagt, ich hätte einen Taubentick. Ich müsse das mal ganz anders sehen, das sei venezianisches Flair. Ich kann den ständig gurrenden und flatternden Tauben nichts romantisches abgewinnen. Die Tauben hocken auf unserem Dach, wie die Krähen in Alfred Hitchcocks „Die Vögel“, nur dass wir nicht totgebissen sondern totgeschissen werden.
Unser Dach ist so eine Art Wohnparadies für Tauben. Man wohnt dort windgeschützt und sonnig. Wir haben ein typisch münsterländisches Dach, es hat ein paar hübsche Gauben, Giebelchen, Zinnen, Winkel und Eckchen. Wenn es so etwas wie Architectual Digest für Tauben gäbe, in dem die Tauben das Dach des Monats wählen könnten, unser Dach wäre jeden Monat Dach des Monats!
Frau Schnutinger im Sevenload Interview
Heute ein bisschen selbstverliebte Eigen-PR: Schnutinger im Sevenload-Interview.
Netzkabarett: SPD-Retter
Interview mit Hennes Bender (leider in nicht so toller Qualität)
Herr Hündgen vom Westen fehlte definitiv - leider. Aber wenigstens konnte ich auch so ein paar Impressionen einsammeln, lustig war es auf jeden Fall.
Schnutinger fährt Taxi
Ich fahre gerne Taxi, besonders in Köln. Neulich musste ich zu einem Businessmeeting zur BzgA nach Köln Merheim. Ich spurtete aus dem Hauptbahnhof quer über den Vorplatz zum Taxistand und reiße die Taxitür des ersten Wagens auf. Darin sitzt eine etwa fünfzigjährige Frau. „Sind sie frei?“, frage ich außer Puste. Die Frau zieht ihre Schultern hoch als wolle sie sagen: Na meinetwegen. Na meinetwegen frei. Egal! Hauptsache frei! „Ich muss nach Mehrheim zur Klinik!“, rufe ich fragend. Sie zuckt wieder mit den Schultern und dreht den Zündschlüssel, ich springe hinein.
Das Trampeltier
Es sagte sich ein Trampeltier,
Hei, die Welt gehört nur mir!
Es trampelte auf allem rum,
es selbst war schlau, die andern dumm.
Rücksicht und Respekt,
waren dem Tier suspekt,
Freunde hatte es keine,
es trampelt sich besser alleine.
Die Leute aus der Stadt,
hatten es irgendwann satt.
Es zertrampelte Haus und Flur,
das Trampeltier, die Unkultur!
Sie jagten es hinfort,
an einen weit entfernten Ort.
Das Trampeltier denkt: Ach, sei es drum,
trampel ich eben auf Dir herum!














