Anfang
Manchmal denke ich, man müsste mal was ganz Verrücktes machen im Leben. Zum Beispiel die Bibel lesen. Komplett, von vorne bis hinten. Donnerwetter, das wäre es! Vollkommen abgefahren! Mein Professor im Fach Kunstgeschichte führte uns Studenten immer kurz vor der Prüfung - wie eine Art Menetekel - den großen Kunsthistoriker und Sozialphilosophen John Ruskin vor Augen: Drei mal hätte er in seinem Leben die Bibel durchgelesen! Drei mal! Ich habe nicht mal die Hälfte geschafft, nicht mal ein Viertel, eigentlich breche ich bei der Erschaffung der Frau schon jedes Mal ab: „Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.“
Wenn Gott uns Frauen doch wenigstens aus einer knackigen Arschbacke modelliert hätte, oder aus einem saftigen Stück Sixpack, aber musste es ausgerechnet die Rippe sein? Sicherlich, so eine Rippe ist noch das am ehesten Entbehrliche für den Mann, aber das ist mal wieder typisch: Wenn Männer Zugeständnisse an Frauen machen, dann nur solche, die ihnen nicht wirklich weh tun!
Vielleicht wollte Gott auch gar keine Frau kneten, sondern das war ein Zufall. Ja, so muss es gewesen sein. Gott dachte sich, ach, so ein Mann mit 13 Rippchen auf einer Seite, sieht ja irgendwie auch ziemlich scheiße aus, dann hat er das dreizehnte Rippchen einfach rausgerissen und unschlüssig an seinem Männchen herumgeknetet, unten ein Loch reingebohrt, ein paar lustige Kügelchen in Brusthöhe dran gezwirbelt, gekichert und fertig war die Frau. Und weil Gott selber nichts damit anzufangen wusste, weil er eigentlich schwul ist und heimlich den Teufel liebt, schenkte er sie Adam. Ja, so muss es gewesen sein!
Die Schöpfung der Frau war ein Versehen! Hätte Gott gewusst, was er der Menschheit mit seiner Frau antut, er hätte bestimmt was anderes geknetet, was Brauchbares. Ein Tamagotchi, eine Penispumpe oder eine elektronisches Krawattenrondell, aber doch keine Frau! Okay, zur Fortpflanzung hat sie sich im Nachhinein als einigermaßen praktisch erwiesen und auch für die Friseur- und Modeindustrie war sie kein schlechter Fang. Aber sicher ist: mit der Frau beginnt das eigentliche Malheur der Weltgeschichte. Die Frau ist an allem Schuld: Verführung, Erbsünde, Scham, Kain und Abel, Napoleon, Hitler, Saddam Hussein, Überbevölkerung, Aids, Klimakatastrophe, Germanys Next Topmodel, Bruce Darnell. Kurzum, mit der Frau kam das Böse in die Welt.
Dass ausgerechnet die Frau aber auch unbedingt vom Baum der Erkenntnis essen muss! Hätte sie nicht genauso gut vom Baum der Blondheit essen können, wie Heidi Klum? Nein, das ist mal wieder typisch Frau: Sie liebt das Verbotene, das Unerreichbare, stets will sie mehr als sie hat! Sie könnte das Paradies haben, aber sie brüllt: „Pah! Was ist schon das Paradies für eine Frau? Da bin ich nackt! Da habe ich ja gar kein Prada und Gucci, kein Manolo Blahnik und kein Louis Vuitton, was also zum Teufel soll ich hier?“
Und der Mann? Der ist mal wieder zu feige, offen auszudrücken, was er wirklich will. Eigentlich wollte unser Adam nämlich sagen: „Komm Eva, geh' mich weg mit deine Erkenntnis, ich will viel lieber dumm bleiben, das ist für uns alle besser! Guck ma’ Eva, wir könnten der Welt glatt die Menschheit ersparen!“ Aber nein, stattdessen gibt Adam, dieser Warmduscher, nach. „Na gut“, wird sich der Adam irgendwann gedacht haben, „damit die blöde Nervensäge endlich Ruhe gibt mit ihrem dummen Baum, ess’ ich den blöden Apfel eben!“ Dabei hätte er wissen müssen: Trau keinem Ex-Rippchen! Schon gar nicht deinem eigenen! Hey Adam, Gott wusste schon, warum er dir dieses Miststück rausgerissen hat!
Tja Pech gehabt! Ein Bissen vom Apfel und aus war es mit dem paradiesischen Leben für unseren Adam. Seltsam nur, dass die Männer aus diesem Faux Pas bis heute nicht gelernt haben: „Na gut“, denken sich noch heute die meisten Adams, „damit die blöde Nervensäge endlich Ruhe gibt, kaufe ich ihr die dummen Schuhe für dreihundert Euro eben!“
Okay, die Frau hatte seit der Vertreibung aus dem Paradies auch nicht viel zu lachen. Besondere Kennzeichen: "Das personifiziert e Böse ", Soft-Skills: "Gut im sündigen", Auszeichnungen: Erster Platz bei: "Die Menschheit sucht die Superverräterin", machen sich auch nicht besonders gut im Lebenslauf, aber das ist schließlich die gerechte Rache für ihren Erkenntniswillen! Warum müssen Frauen auch so neugierig sein und immer in alles ihre Nase stecken?







Reader Comments (23)
Dabei habe ich gestern noch beim Einkaufen erfahren: kein Eintopf ohne Rippchen. Der wird sonst so fade.
Also, das bedeutet nun für mich, dass die Frauen (Rippchen) dem Leben einfach die richtige Würze verleihen, sprich ohne uns wäre nichts los, oder?
"Warum müssen Frauen auch so neugierig sein und immer in alles ihre Nase stecken?" Du, sagst es, Ute. Das muss wirklich frauentypisch sein. Mein Gatte schüttelt dann gelegentlich den Kopf und ist noch furchtbar cool dabei. Diese Coolness führt nicht unbedingt zu einer entspannteren Sichtweise bei einer Frau. Für Männer ist immer alles so einfach. Wir Frauen sind viel zu kompliziert. Ich mach´ heute frei und geh´ lieber einen Geburtstag feiern.
Bei manchen Blogs (hier nicht) habe ich den Eindruck, als wenn deren BetreiberInnen gerne "Erschaffer" mit diversen fiktiven Nicks spielen; irgendwann aus der Nummer aber nicht mehr rauskommen. Einfach krank, wenn das Reale nicht mehr befriedigt.
Lieberfrau, wenn du Zeit & Interesse hast, den Koran zu lesen, dann ist Adel Theodor Khoury sehr empfehlenswert als kommentierte Version.
Pöppe, ich verstehe nicht, was die Aussage mit dem "krank" soll.
1) Pathologisieren ist eine moderne Tendenz der Gesellschaftskontrolle seit dem 19. Jh., durch die die Gesellschaft in "Normale" und "Abnormale" eingeteilt wird. Es ist z.B. keine 20 Jahre her, dass die WHO Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen hat. "Krank" wird zum Code für gesellschatflich inakzeptabel und unmoralisch, was ich für eine sehr problematische Verwendung von "krank" halte.
2) Das Reale -- was ist das Reale? Als ob wir es je besessen hätten -- das Reale, das nicht ausreicht, ist nichts Neues.
a) Alle "Realität" basiert auf Interpretationen und Konventionen, so "real" ist die "Realität" gar nicht -- und wo wir verlangen, dass sie es ist, wird es oft recht gnadenlos, z.B. weil Menschen einander darauf festlegen, wer und wie die Andere zu sein hat und dass alles miteinander stimmig sein muss.
b) Ohne Distanz von der Realität und Menschen, die sich in andere Realitäten verlieren, gäbe es keine Kunst.
c) Im Übrigen gäbe es keine Moral ohne dass man die Realität, so wie sie ist, unzulänglich fände. Und um aus hergebrachten Mustern auszubrechen, um anders zu handeln zu können, bedarf es der Imagination und des Experimentes mit anderen Selbstentwürfen.
d) Man kann es bedauern, wenn die BloggerInnen nicht offen mit ihren KommentatorInnen diskutieren, weil dadurch eine Diskussionsebene herausausgenommen wird. Das ist vielleicht bedauerlich, vielleicht nervig, aber "krank"?
@ Pöppe: Ich glaube, dass du da was falsch siehst. Ich mag es auch lieber, wenn ich die Leute kenne, mit denen ich im Blog diskutiere, dann kann man vieles besser einschätzen, aber kann jedem eigentlich nur raten, in Blogs mit "Nicks" zu opierieren, zum Schutz der eigenen Persönlichkeit. Nicht alles, was man irgendwann irgendwo absondert, findet man vielleicht in ein paar Jahren noch klasse - und google sieht alles. Man muss es einfach hinnehmen, dass es so ist und sich keine Gedanken machen, toll ist das nicht - ich weiß, weil man nie so richtig weiß, wer dahinter steckt und das ist schon bisweilen eine etwas seltsame Form der Kommunikation (ich meine, ich rede ja sonst im Leben auch nicht mit anonymen Personen, das ist absurd.)
Deshalb versuche ich das ja auch etwas anders zu handhaben und die Leutchen ggf. anzumailen, bisweilen auch persönlich kennenzulernen. Mir ist das wichtig. Es erfodert allerdings schon ein wenig Zeit. (Zu manchen Blogs kann ich mitterlweile nur sagen: Kindergarten! Schade, aber irgendwie habe ich oft den Eindruck, dass sachliche Diskussionen nicht geführt werden können, wenn ganz unterschiedliche Interessen und Temperamente aufeinanderprallen - das ist leider in Blogs und auch in Foren von Zeitungen so. Aber es ist ja im Grunde wie im richtigen Leben, man versteht sich ja auch nicht mit allen Menschen gleichermaßen, aber denen kann man wenigstens zum Großteil dann aus dem Wege gehen. Sollte man in Blogs einfach auch tun :-))
Euch einen schönen Tag. Hoffe, der Geburstag war schön. Wir waren gestern zum indischen Essen eingeladen bei Freunden und es war phantastisch gut.
Oh, sehe gerade die große Obama-Begeisterung auf SPON. Schon ein bisschen gruselig: 200.000 Menschen! Der große Politik-Messias ist da! Komisch, dass anscheinend so ein großes Bedürfnis nach "Retter" und eine Art "Heilserwartung" an Barack Obama besteht. Ob er das in der Realpolitik auch leben kann? Bin gespannt, freue mich aber auf der anderen Seite auch darüber, dass Politik auch noch so fetzen und mitreißen kann.Das große Sommerlochthema - geschickt ist der Mann schon, in seiner riesigen One-Man-One-World-Show.
Ich arbeite in einem von Frauen dominierten Bereich und finde, sobald Männer zum Team gehören, das Arbeiten um einiges entspannter.
(Im Übrigen werden Konflikte im Elementarbereich weniger perfide ausgetragen.;-)
@Frau Schnutinger, ja der Geburtstag war sehr schön. Danke der Nachfrage.
Für Allüren aller Art empfehle ich das Lesen des bedauernswerten Geschlechtsgenossen Kopfschüttler und den Stress mit seiner Prinzessin im http://www.kopfschuettel.de/ Blog.
"Bei manchen Blogs (hier nicht) habe ich den Eindruck, als wenn deren BetreiberInnen gerne "Erschaffer" mit diversen fiktiven Nicks spielen; irgendwann aus der Nummer aber nicht mehr rauskommen. Einfach krank, wenn das Reale nicht mehr befriedigt."
Ok, zugegeben, das Wort "krank" in einen Blog zu werfen, ist provokativ und pauschal. Ich versuche nun, hier Blogphänomene anzusprechen, die mir aufgefallen sind.
Zunächst aber was Positives: Ein Weblog zu betreiben, Ideen zu posten, die Blogger zu unterhalten, im eigenen Blog mitzubloggen - egal ob unter dem richtigen Namen, einem zuordnenbaren Nick oder einem oder mehreren fremden Nicknamen - nimmt viel Freizeit in Anspruch. Letztendlich nimmt frau/man als Gast im Blog an einem Gratisangebot teil und hat sich irgendwie in die bestehende Blogdynamik einzufügen. Eine Anspruchshaltung gegenüber Blogbetreibern sollte nicht vorhanden sein.
Nun gut, jetzt habe ich das Bloggen etwas kennen gelernt. Dabei sind mir Dinge aufgefallen, die ich als krank, grenzwertig und sonderbar bezeichnen würde:
I. "Krankes" im Blog
Mir ist in der Tat schon ein Blog aufgefallen, wo offenkundig Postings von einer kranken Person veröffentlicht wurden. Wahrscheinlich eine der ganz wenigen Ausnahmen im Internet. Grauenvoll.
Eine Diagnose, ob jemand krank ist, kann grundsätzlich nur eine fachkundige Person erstellen. Und da wage ich zu bezweifeln, ob ein Mensch über seinen Blog hinreichend beurteilt werden kann, denn einem Fachkundigen ist nur ein Bruchteil des Menschen zugänglich; die reale Person ist im Netz überwiegend "unsichtbar".
Also, sorry, für die Benutzung des Wortes "krank".
II. Grenzwertiges und Sonderbares im Blog
In dieser virtuellen Blogosphäre treffen unterschiedliche Menschen aufeinander. Einige sind sehr offen, verwenden ihren realen Vor- und Zunamen und legen damit ihre Privatsphäre offen. Das finde ich auch bedenklich, @Ute. Aus diesem Grund werden die meisten allenfalls ihren Vornamen nennen oder besser noch: sich einen Nicknamen zulegen.
Jetzt gibt es Blogger, die sich nicht nur einen Nicknamen zulegen, sondern ihre Persönlichkeit verfremden, in eine andere Rolle schlüpfen.
Ich konstruieren mal zwei Fälle:
1. Ein Blogger, der seine Persönlichkeit nicht verändert, kommuniziert im Blog mit einem Blogger, der seine Persönlichkeit bewusst verfremdet hat. (Keine der beiden sind Blogbetreiber.)
a) Unproblematisch ist diese Variante, wenn die Kommunikation durchweg positiv verläuft und keine ganz persönlichen Themen angesprochen werden.
b) Problematisch kann die Kommunikation sein, wenn der Blogger mit unveränderter Persönlichkeit persönliche Themen anspricht und der Blogger mit veränderter Persönlichkeit sich auf diese Situation einstellt und Sachverhalte konstruiert. Beispielsweise erzählt der eine Blogger von einem schlimmen Ereignis und der andere Blogger konstruiert ein schlimmes Ereignis, z. B. den Tot eines nahen Menschen oder eine schwere Erkrankung, um auf den anderen Blogger einzugehen. Das ist unproblematisch, wenn der andere Blogger von der Richtigkeit des Sachverhalts ausgeht. Grenzwertig kann es sein, wenn es dem Blogger mit fiktivem Ich nicht gelingt, seine geschaffene Person nachvollziehbar in der weiteren Blogkommunikation rüberbringt, sich in Widersprüche verstrickt und dies dem anderen Blogger auffällt.
2. Jetzt kann es Blogs geben, in welchen die Betreiber bewusst fiktive Charaktere schaffen, um anonym an der Blogkommunikation teilzunehmen. Grenzwertig und sonderbar kann die Kommunikation sein, wenn die fiktiven Ichs mit dem Wissensvorsprung über die Blogadministration mit den Bloggern, welche ihr Ich nicht verändern, spielen.
a) Unproblematisch s. u. 1. a)
b) Das "Spiel" verläuft nicht positiv. Hier kann es zu Manipulationen im Blog kommen, die im Realen nicht möglich wären. Und diesen Fall finde ich ganz bedenklich. Hier kritisiere ich auch die Bloggerei. Das meinte ich mit "Erschaffer" spielen. Wenns ein gutes Spiel ist, ist dagegen nichts einzuwenden. In dieser wenig greifbaren Blogosphäre kann so was auch in ein weniger gutes Netzspiel umschlagen. Wegen der Spontanität im Blog kann es auch den Blogbetreibern passieren, dass Dinge unter fiktiven Ichs gebloggt werden, die - ob nun bewusst oder unbewusst - die "Machtposition des Erschaffers" ausnutzen. Jetzt stellt sich die Frage, ob ein "normaler Blogger" Möglichkeiten hat, Dinge gerade zu rücken, sich zu wehren?
(1) Der Blogbetreiber ist erreichbar
Beispiel: Schnutinger. Kein Problem.
(2) Der Blogbetreiber ist über einen direkten Dialog nicht erreichbar
Ein ganz schwieriger Fall, behaupte ich einfach mal. Da habe ich keinen Lösungsvorschlag parat. Eine Möglichkeit, die ein betroffener Blogger hat, ist zu provozieren. Das ist aber unschön.
III. Kritik
Nachdem das jetzt alles so schwermütig war, bringe ich auch der Vollständigkeit halber erst
1. Negatives
In dieser wenig griffigen Netzwelt wird sich wahrscheinlich immer mal wieder das ein oder andere Problemchen auftun, abgesehen von den Missverständnissen im Netz, die aufgrund der begrenzten Kenntnis von der Person des Mitbloggers laufend auftauchen.
Mir können diese "virtuellen fiktiven Ichs" selbst nicht suspekt sein, weil es sie eben nicht gibt. Wenn ein Ich-Kreator (egal, ob nun Blogger oder Blogbetreiber) sein virtuelles fiktives Ich nur für Positives einsetzt, ist das auch völlig ok. Es kann eben - zumindest theoretisch - im Blog ausarten, zu Konfliktsituationen kommen, in welchen ein oder mehrere fiktive Ichs bewusst vom "Erschaffer" ins Spiel gebracht werden. Die Situation wird vom Erschaffer gelenkt und ausgenutzt. Hier kann naturgemäß nur die Person hinter dem oder den fiktiven Ichs kritisiert werden. Die Netzsituation kann ins Grenzwertige und Sonderbare umschlagen; vielleicht schadet es auch dauerhaft der Gesundheit des Erschaffers. Ein möglicher Auswuchs in der Netzgesellschaft.
2. Positives
Da verweise ich auf Tabea unter 2. b) und c)...
Die Möglichkeit, gedanklich herumzuexperimentieren und dabei noch im Austausch mit anderen zu stehen, zu reflektieren, kann eine Bereicherung sein. Ganz spannend alles, aber viel zu unbekannt.
Jetzt ist das doch ziemlich lang hier geworden. Sorry. Ich bin eigentlich mehr für kürzer Kommentare. Da ermüdet das Auge beim Lesen.
Ein nettes Wochenende im Realen!
Pöppe (ist nicht mein Vorname)
Gut, ich kapier´ natürlich schon, dass Antigone, Ismene und Kleopatra, die hier manchmal auftauchen nicht ganz echt sind. Aber bei so einer permanent bloggenden Bankkauffrau im Angestelltenverhältnis oder einer Internatsschülern - um nur wenige Beispiele zu nennen - driften Geschichten und Realität auseinander. Das ist ein wenig bekloppt. Ich hoffe, ich habe mich jetzt verständlich ausgedrückt.
So, ich muss jetzt Feierabend machen... Schönen Abend noch!
Außerdem glaube ich, dass du doch auch verschiedene Nicks, wie du es nennst, nutzt.Also, vielleicht liegt es an meiner Begriffsstutzigkeit, was ich nicht ausschließen möchte, aber, dein Ansinnen hat sich mir bisher nicht erschlossen!
Ich glaube nicht, dass es in dieser Diskussion um "Nicks" weiterhilft, sich an Einzelbeispielen aufzuziehen, das GEHT EINFACH NICHT Pöppe, lass' es Dir gesagt sein. Und ich glaube im übrigen auch, dass die meisten Nicks schon den Personen entsprechen, die dahinter stehen. Es sei denn, jemand benutzt sie - aus welchem Grund auch immer - für persönliche Rollenspiele.
Hier im Blog finde ich das sehr witzig und geistreich, hier ist aber auch eine gute Spielwiese für solche absurd-komischen Dialoge, die teilweise auch ins Schlüpfrige oder Groteske gehen können und dürfen (ich liebe das!), in anderen Blogs fände ich das zugegebenermaßen etwas unpassend.
Muss aber auch zugeben, dass das hier so gut funktioniert, weil die Chemie zwischen manchen Mitstreiterinnen, obwohl einander unbekannt, aber auch wirklich gut funzt und wir so einige kleine Brains dabei haben - gell Lieberfrau, Percy, Tabea, Ismene, Antigone & Co. - und ach ja Kleopatra? :-D Das geht wirklich nicht mit allen Personen gleichermaßen gut, solche Rollenspielchen.
Also Pöppe, ich glaube, Du solltest gedanklich einmal den "Schmidteinander" Scheibenwischer betätigen, und dich ein bisschen freischütteln von Deinen Vermutungen.
Zu den unter Nicks bloggenden Personen schreibst Du aber auch: „Es sei denn, jemand benutzt sie - aus welchem Grund auch immer - für persönliche Rollenspiele.“ So sehe ich das leider. Das liegt aber vielleicht daran, dass ich mich aus Neugierde viel mit zwei Blogs beschäftigt habe und mir einige Unstimmigkeiten aufgefallen sind. Vor zu viel Neugierde schützt man sich dann mit einem konstruierten Blograuswurf (Spielchen: bad girls, good girls).
Ich stimme Dir aber zu, dass es keinen Sinn macht, sich an Einzelbeispielen festzuhalten. Ich kann ganz gut auch Scheibenwischer betätigen. Also, da wird von meiner Seite Ruhe einkehren.
Nur noch kurz an
@Frau Lieberfrau, ich hatte bewusst zu meiner provokativen Behauptung „krank“ verklausuliert ausgeführt, um eben keine Beispiele nennen zu müssen. Ich könnte da vielleicht eine nette Bloggeschichte mit ausführlicher Dokumentation aus der Sicht einer sich gelegentlich dumm stellenden Bloggerin zu schreiben. Ich muss berufsbedingt hinter die Fassaden gucken und komme da oft zu erstaunlichen Ergebnissen. Es ein wenig in dieser virtuellen Blogosphäre versucht zu haben, war für mich eine Herausforderung und interessante Erfahrung. (Frau Schnutinger, keine Angst, hier benehme ich mich; versuch´s zumindest.) Die Kritik, die ich geübt habe, dürfte eigentlich rüber gekommen sein. Ich denke wirklich, dass frau/man Blogspielchen nicht übertreiben sollte, gerade wenn man sich fiktive virtuelle Ichs als Blogbetreiber geschaffen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass das labilen Menschen schaden kann. In dieser nicht greifbaren Netzwelt erschließt sich auch den Blogbetreibern nur ein Bruchteil der Persönlichkeit der Mitblogger, auch wenn die Blogbetreiber den realen Namen der Mitblogger in der Regel kennen. Einfach nicht soviel „Erschaffer“ spielen.
Wie gesagt, bei netten Blogspielchen, quasi „Cabaret“, bin ich gerne dabei.
Kurzum: Ich mag den regen, geist- und humorvollen virtuellen Austausch, bevorzuge aber in letzter Konsequenz immer das Fleischliche, oder wie sagte Tabea: Meat-Space - herrlich :-D
Das Komische an der ganzen Bloggerei ist ja, dass im Netz mehr möglich ist als im Realen. Also müssten die Methoden zur Erfassung „Mensch und Netz“ ausgedehnt werden; vielleicht neue entwickelt werden.
Es gibt einen nicht „fassbaren Raum“ für Außenstehende im Netz. Wir können als Mensch Menschen im RL beispielsweise kritisieren. Wir können aber fiktive Ichs, Avatare NICHT kritisieren, weil es sie nicht gibt. Wenn fiktive Ichs glaubhaft in die Blogkommunikation eingeworfen werden, hat der Mitblogger mit jemandem zu tun, der nicht kritisierbar ist und sich je nach Lust und Laune des Ich-Kreators menschenuntypisch verhalten kann - irgendwie pervers.
1. Der ganz normale Nick-Name. Ich bin ich, gebe mir aber einen anderen Namen aus datenschutzrechtlichen Gründen.
2. Die Erschaffung einer neuen Rolle, d.h. einer bewussten Kunstfigur, die ich dazu nutze, um mich anders, besser, schlauer, wie auch immer darzustellen auf der einen Seite, um mich zu schützen auf der anderen Seite. Bei den meisten Blogkommentierern sehe ich das ehrlich gesagt gelassen, bzw.es ist mir egal. Interessanter wird die Kunstfigur indes bei Bloggern selber, vor allem, bei solchen, die sehr scharf schießen, wie z.B. Don Alphonso. Oder Sascha Logo schafft ja im Prinzip sich selber als Web 2.0-Kult- und somit auch Kunstfigur. Die Frage ist, wie verschmelzen da Kunstfigur und reale Figur, oder unterscheiden die das noch? (Sascha Lobo lebt das aus meiner Sicht mittlerweile), bei Don Alphonso kann ich das nicht einschätzen - ist Schnutinger auch Kunstfigur? Wobei mein Mann mich auch Schnutinger nennt - summa summarum, ich glaube schon, dass Blogs sehr direkt und sehr ehrlich sind und schon ein ziemlich gutes Abbild, sprich Psychogramm, über die Leute abgeben.
Was sagen Blogger? Warum sagen sie das? Was wollen Sie damit bezwecken? Wen treffen sie damit? Warum bloggen sie überhaupt? usw. die Motivation dahinter ist schon recht spannend finde ich.
So, uff, ich glaube, ich habe zu dem Thema alles gesagt. :-)
Bzw. kann nur einmal mehr auf einen meiner Lieblingsaufsätze hinweisen von Dr. Rainer Funk: "Zur Psychodynamik der postmodernen Ich-Orientierung"
http://www.erich-fromm.de/data/pdf/Funk,%20R.,%202006e.pdf