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Souvenirs


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Who's who?

Schnutinger

als Cartoonfigur, hält sich selbst für den Mittelpunkt des Universums. Ist altklug, ziemlich versaut und die Vorsitzende der Ortsgruppe der "Jungen Feministinnen". Hobbys: Depressiv auf ihrem Fatboy herumhängen, sich selber überschätzen, irgendetwas tun, das sie spätestens nach einem Tag wieder bereut, andere herumkommandieren.

 

 

Wirrkopf

Schnutinger hat ihn irgendwann sehr verwirrt im Netz aufgegabelt, da war er nackt. Sie zog ihm ein rosa Jäckchen an, mehr trägt er selten. Sie versuchte ihn mehrfach loszuwerden, scheiterte jedoch.

 

 

 

 

 

Helga und Dörte
Frau Schnutingers fleischfressende Pflanzen (Venusfliegenfallen)

 

 

Medienmieze
unsere cyanfarbige Kommunikations- und Medienexpertin. Immer auf Draht, die Welt ist ihr zuhause, kennt sich aus mit i-Phones, Mini-Hubschraubern und elektrischen Zahnbürsten, nur echt mit den fünf Zähnen.

 

 

Hagen 

Schnutingers bester Freund und gleichzeitig ihr Korrektiv, außer ihm traut sich keiner, sie zurechtzuweisen. Intellektueller Schöngeist, Bonsaifreund und Besitzer einer üppigen Orangenpapiersammlung.

 

 

 

Dr. Teddy
Schnutingers Psychologe,  sie ist seit ihrer Geburt bei ihm in Gesprächstherapie, gebracht hat es bilang nichts. Dr. Teddy fragt sich mittlerweile, ob er nicht möglicherweise Teil des Problems ist.

 

Walter
der Blogdog, verdammt intelligenter Hund, der die Blogosphäre vor allem mit seinen "Most famous quotes" bereichert. Besondere Eigenschaften: Kläfft nicht, bellt nicht, beisst nicht. 

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Dienstag
06Jan2009

Interview mit der Münsterschen Zeitung

 

Hier geht's zum MZ-Interview (.pdf)

Nachtrag: Hinweisen möchte ich an dieser Stelle gerne auf das Blog von meinem netten MZ-Interviewer Oliver Koch.

 

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References (1)

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  • Response
    Response: Die neue Mitte?
    Mitte, eher rechts. Dass die�FAZ�Ralf K�nig ver�ffentlicht und die Welt�Alison Bechdel �ber den gr�nen Klee lobt, schrieb ich erst k�rzlich.�Jetzt�hatte noch�Frau Schnutinger�in der M�nsterschen Zeitung ihr konservatives Coming out. Wobei ...

Reader Comments (17)

Ich sach et ja, du bis berüüüüühmt! Glückwunsch!
Annabell
PS: Aber wo ist der Babybauch?
Januar 6, 2009 | Unregistered CommenterAnnabell
Quatsch. Ich bin nur eitel genug, nicht zu widersprechen, wenn man mich als solches bezeichnen mag. ;-)

Karos machen anscheinend schlank (vielleicht wg. einer mir nicht ersichtlichen optischen Täuschung?). Aber es ist wirklich ein sehr hübsches Bäuchlein, soviel kann ich verraten.
Januar 6, 2009 | Unregistered CommenterSchnutinger
Für die CDU im Kreistag? Das hat mich überrascht.

Ansonsten sehr netter Artikel. Deine Cartoons lese ich immer wieder sehr, sehr gerne.
Januar 7, 2009 | Unregistered CommenterHenning
Tja, ja, Schatten der Vergangenheit ... :-) Nein, im Ernst, es war eine gute und lehrreiche Zeit. Im Gegensatz zu den parteipolitischen Gremien ist so ein Mandat schon sehr spannend - eben auch und gerade, wenn es um parteiübergreifende Sachthemen geht und bei uns in der Fraktion herrschte wirklich eine sehr offene Atmosphäre, das hat mir gefallen. Leider hat die CDU gerade bei jungen Leuten und in den hippen Bloggerkreisen nicht das beste Image, ich weiß. Aber sei dir gewiss, ich habe auch ziemlich viele Kritikpunkte an der Partei und werde nicht müde, diese zu erwähnen.

Auf der anderen Seite, wenn sich niemand mehr zu den etablierten Parteien bekennen mag (außer ein paar karrieregeilen Spießern), wohin soll die Demokratie dann führen? Man hat ja manchmal fast den Eindruck, man müsste sich schämen, einer Partei (und dann auch noch der CDU!) anzugehören, oder sich zumindest dazu zu bekennen, das kann es ja auch irgendwie nicht sein. Wie soll Demokratie funktionieren, wenn alle lieber eine individuelle Larifari-Apo bilden und keiner außerhalb des Parteienklüngels mehr Lust hat, in Parteien zu mitzuarbeiten, bzw. sich zu politischen Standpunkten zu bekennen und auch zu versuchen, diese umzusetzen?

Aber es müsste viiiieeel geändert werden, in der Tat! Ein ganz neuer Stil müsste durch die Politik wehen, ich finde die SPD im übrigen gerade noch viel verkrusteter und altmodischer als die CDU - allein diese Männertroika da an der Spitze - seltsam. Der neue Stil sollte nicht unbedingt Barack Obama als Vorbild haben (das passt einfach nicht zu uns in Deutschland), aber schon eine gute Portion postmateriellen Idealismus (Stichwort: Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Solidarität) mit einem guten Schuss Web 2.0, eben deutlich authentischer, normaler, bescheidener, direkter, näher und viel wirtschaftskritischer als jetzt.
Januar 7, 2009 | Unregistered CommenterSchnutinger
Was ist denn eine "Lothographie"? Dasselbe wie ein Lithographie? Bei Wikipedia konnte ich das Wort nicht finden und die Google-Treffer haben mich auch nicht wirklich weiter gebracht.
Januar 7, 2009 | Unregistered CommenterMartin
Ja, da hat sich ein Fehler eingeschlichen: Lithographie muss es heißen. http://de.wikipedia.org/wiki/Lithographie
Januar 7, 2009 | Unregistered CommenterSchnutinger
Ich mag ja Kunsthistorikerin bei der Lotto-Zentrale sehr. Das gibt Kunsthistorie irgendwie einen ganz neuen Drive. ,-)
Januar 8, 2009 | Unregistered Commentercreezy
... von Giottos Fresken in der Cappella degli Scrovegni in Padua zur Toto-Auswahlwette in Münster ... seufz ...

Wobei WestLotto auch schöne Kunstwerke hat, sogar einen echten Tinguely. Seine kinetischen Werke mag ich ja sehr, z.B. eine Art Perpetuum Mobile im 5. Stock des Centre Pompidou.
Januar 8, 2009 | Unregistered CommenterSchnutinger
Danke für deinen Kommentar zur politischen Arbeit in und mit Parteien. Ich bin es auch leid, mich fast schon dafür entschuldigen zu müssen.
Alles Gute!
Januar 9, 2009 | Unregistered CommenterOswald Prucker
@Schnutinger
Vieles von dem, was du da schreibst, kenne ich. Wenn auch vielleicht in abgeschwächter Form, denn ich bin im Landesvorstand der Grünen in Baden-Württemberg. Von daher kenne ich diese ganzen Vorbehalte gegen Parteipolitik. Es ist auch ganz ehrlich gesagt, der Punkt, der mich an der Politik am meisten stört - wie die Bürger mit den Leuten umgehen, die sich da engagieren. Viel zu oft wird über "die Politik" oder "die Politiker" geschimpft statt über einzelne Menschen, Aussagen, Parteien. Immer war es gleich "die Politik" - und ich dann natürlich auch irgendwie, auch wenn man dann meist als Ausnahme tituliert wird.

Mich hat jetzt aber eben insbesondere überrascht, dass du in der CDU bist. Irgendwie passen eben das Bild, das ich von dir habe und das ich von der CDU habe, nicht so recht zusammen. Wobei ich die CDU wohl deutlich besser kenne als dich.

Aber letztlich bin ich ja auch immer froh über Leute in der CDU, die meinen Positionen näherstehen als die restliche CDU (das hoffe ich jetzt einfach mal), denn solange so viele Leute CDU wählen, muss es da ja auch ein paar Vernünftige geben. ;-)
Armin Laschet ist für mich auch so ein Fall. Hab dem auch mal nen Blogeintrag gewidmet.
Januar 9, 2009 | Unregistered CommenterHenning
Sehr schönes Interview! Congrats!!
Januar 9, 2009 | Unregistered CommenterPercy
@ Henning: "Mich hat jetzt aber eben insbesondere überrascht, dass du in der CDU bist. Irgendwie passen eben das Bild, das ich von dir habe und das ich von der CDU habe, nicht so recht zusammen. Wobei ich die CDU wohl deutlich besser kenne als dich." :-)

Deshalb engagiere ich mich derzeit auch nicht sonderlich. Ich kann ja nicht mal abstreiten, dass die Vorurteile gegen die CDU und insbesondere die JU vielfach stimmen. Mein Mann und ich waren - ich glaube es war im vorletzten Jahr - auf einer 50 Jahre JU-Feier und selbst uns (obwohl wir ja mit Anfang dreißig eher zu den Älteren zählen) war das ganze wirklich unheimlich. Wir beide in Jeans und Pulli, der gesamte JU-Nachwuchs in Anzug, dann sprach noch Philipp Mißfelder, der direkt ein paar Chauvi-Witzchen riss (und sich dabei anscheinen Mega-Cool vorkam - grauenhaft, wirklich!), dann betonte er hundert mal sein tolles Verhältnis zu Angela Merkel und sagte, das Hautptthema der JU seien Rente und Altersvorsorge "Denn die Jungen sind die Alten von morgen" und als dann zum Schluss noch die Nationalhymne gesungen wurde, konnten wir nur noch mit dem Kopf schütteln, wir kamen uns vor wie bei einer Seniorenveranstaltung (wobei die älteren Redner, eben aus der Seniorenunion noch die Coolsten und Witzigsten waren) - ganz, ganz schlimm, ehrlich!

Wir haben viele Freunde, die bei den Grünen sind und auch bei der SPD und wir stimmen in sehr vielen Punkten mit ihnen überein. Eine konservative, wertegebundene Grundhaltung findet man ja durchaus parteiübergreifend, das finde ich interessant. Ich verstehe mich mit vielen Grünen extrem gut. Und konservativ ist nicht - wie viele JU'ler und andere es tun - mit biederer Scheuklappen-Spießigkeit zu verwechseln. Wobei das ja auch wieder die Frage ist: Was ist Spießigkeit überhaupt?: Ich meine, wenn ich mir die linksalternativ-arrivierten Leutchen am Prenzlauer-Berg so ansehe, mit ihren Trüffel-Pommes auf dem Öko-Markt und ihren Kindern namens: "Friedrich" "August" "Anton" "Luise" "Maria" und "Antonia", die nur Öko-Produkte vom Bauernhof kaufen und Familie und trautes Heim über alles stellen, also im Grunde einen gepflegten Biedermeier-Stil in moderner Form nachahmen - einheitlicher und im Grunde spießiger geht es ja auch nimmer. :-)

Aber das ist ohnehin ein spannendes Thema: Was heißt konservativ heutzutage eigentlich? Mal abgesehen von der typisch christdemokratisch-populistischer Parolendrescherei wie Leitkultur, Heimat, Familie und Natur, sondern auch und besonders im Hinblick auf die aktuellen Lebensumstände und die Erfordernisse der Zeit, man muss ja nicht allem Modernen kritisch gegenüberstehen, nur weil man konservativ ist. Ganz im Gegenteil, eine Neugierde und Aufgeschlossenheit für aktuelle Themen, halte ich generell für essentiell, um daraus für sich (durchaus konservative) Positionen abzuleiten. Ich finde beispielsweise, Ursula von der Leyen hat mit ihrer Familienpolitik wirklich einen extrem guten Wurf getan, und ist ein Vorbild. Auch, dass im Kanzleramt jetzt sehr viel mehr mehr Frauen mit Kindern arbeiten, als noch unter Schröder finde ich absolut klasse! Für mich bedeutet konservativ sein nämlich keineswegs, das Frauen nach dem KKK-Prinzip der 50er Jahre leben müssen. Solche Ansätze, wie sie von Eva Herman und Gloria von Thurn und Taxis vertreten werden, finde ich reaktionär und sogar gefährlich, weil geistig ziemlich beschränkt, verblendet und dumm.

Letztens sagte Loriot in einem älteren Interview, warum er beispielsweise gegen den Fortschritt ist: Wenn Fortschritt dazu führe, dass alles gleich ist, beispielsweise Städte gleich aussehen, die Menschen alle nivelliert werden und die Unterschiede und die Vielfalt verschwinden, dann ist er gegen den Fortschritt.

Das fand ich toll, weil darin so eine sehr schöne konservative Grundhaltung zum Ausdruck kommt, der ich mich voll anschließen kann, die eben die pralle menschliche Vielfalt will und schätzt, wie sie früher meiner Meinung nach viel stärker vorhanden war, als in der heutigen (Medien-) Gesellschaft.(Wenngleich natürlich die Gesellschaft an sich in den 50er und 60er Jahren gesamt gesehen, durch die vielen sozialen und gesellschaftlichen Konventionen, sehr viel stärker nivelliert war als heute, aber das ist ja auch interessant, für der Drang zum Individualismus wirklich zum Individualismus? Oder ist in den diversen Milieus, denen man sich dann zuordnet, nicht doch wieder alles gleich (spießig), siehe die Apple-Mania der "Digitalen Bohème" beispielsweise.)

Zumindest, wenn ich mir die Dönekes aus unserem kleinen Dorf von früher so anhöre, denke ich, dass es früher mehr skurrile Typen gab. Bei uns im Dorf gab es beispielsweise zwei alte, unverheiratete Tanten, die immer den Dorfnikolaus und Dorf-Knecht-Ruprecht spielten und sich bei ihren Besuchen immer ordentlich voll laufen ließen. Das war schon alles eine Spur witziger, vielfältiger, näher und eben auch menschlicher.

Und interessanter Weise ist genau diese Vielfalt ja auch das Credo vieler Grüner: Akzeptanz von Homosexualität, einer pluralen, multinationalen Gesellschaft, weg von uniformen Supermärkten, der Globalisierung, hin zum kleinen Bio-Laden mit regionalen Produkten, mehr Qualität statt Quantität, weg von uniformen Wohnsiedlungen, Verbraucherschutz, Umweltschutz, Artenvielfalt, wertegebundene, sehr individuelle Erziehung und Förderung der (eigenen) Kinder etc. - für mich gehört dazu eben auch: Leben in einer Gesellschaft mit behinderten, alten und kranken Menschen. Und da stehe ich in einem eklatanten Widerspruch zu so manch' grüner Emanze, aber das ist okay.

Wolfram Weimer äußert sich hin und wieder zu dem das Thema und bringt gute Gedankenanstöße, die zumindest die Diskussion anregen: http://www.cicero.de/259.php?ress_id=11&kol_id=10306

Nun ja, eine Lösung habe ich auch nicht, und muss ich ja auch zum Glück nicht haben, schließlich bin ich kein Politiker, aber sagen wir mal ein politisch interessiertes, sich durchaus zu verschiedenen Positionen bekennendes, engagiertes und diskutierfreudiges (Bildungs-) Bürgertum, das sich in die Debatten - in welcher Form auch immer - einbringt und sich überdies in vielfältiger Form gesellschaftlich engagiert, das finde ich für Deutschland extrem sinnvoll und toll.

Ein Stichwort zu dieser Haltung ist ja auch "Neue Bürgerlichkeit" http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Bürgerlichkeit, die sich auch in der Werbung unter dem griffigen Slogan: "Papi, wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden!" niedergeschlagen hat. Dazu eine kleine private Anmerkung: Interessant, dass plötzlich viele, die in sogenannten bürgerlichen Mitte vorzufinden sind (siehe http://www.sinus-sociovision.de/), nach Gameboy und DVD-gucken plötzlich die Hausmusik für ihre Kinder wieder entdecken und sie in Musikschulen etc. anmelden. In der FR las ich irgendwann, dass sich die in Deutschland ehedem so starke Mittelschicht derzeit sehr stark von den unteren Gesellschaftsschichten abzugrenzen versucht. Und das geht - über die üblichen Statussymbole - natürlich mehr und mehr über Bildung. (Dazu: Die Zukunftangst der Mittelschicht: http://www.rfi.fr/actude/articles/107/article_831.asp oder http://www.deutschland-debatte.de/2008/11/26/mittelschicht-verlierer-der-multiglobalen-krisen - auch in der FR stand mal was dazu, Link habe ich allerdings vergessen)

(Nachtrag: Witzig, ich habe den Link gerade wiedergefunden und zwar in einem Gedicht von mir, dass ich gerade in einem anderen Blog wiedergefunden habe - das Web 2.0 ist echt skurril :-) http://www.cyberoog.de/wordpress/2008/02/29/ein-gedicht/) FR-Quelle: FR, 28.2.2008, S. 5 : « Bloß kein Schmuddelkind, Eltern schaffen eine neue Klassengesellschaft.» (Leider nicht online)

Anyway, extrem spannende gesellschaftliche Themen, mit denen wir uns derzeit in Deutschland befassen können. Die ZEIT greift aus meiner Sicht diese Themen am Besten und Häufigsten auf, deshalb lese ich sie so gerne. :-)

Na ja, ein paar reichlich unsortierte Gedanken am Morgen, jetzt muss ich erstmal Frühstücken.


Januar 10, 2009 | Unregistered CommenterSchnutinger
@ Percy: Merci!

Mir hat der Ausflug in das Kunsthaus sehr gefallen. Im Prinzip schließt sich mit der Outsider-Art ja wieder der Kreis hin zur Entdeckung der Schönheit menschlicher Vielfalt in all' ihren Formen und Farben, aber das ist mir erst gerade aufgefallen. Also hat das Interview durchaus auch eine politische Botschaft - wie natürlich überhaupt alles, was ich hier so mache.

Call me Zoon Politicon. ;-)
Januar 10, 2009 | Registered CommenterSchnutinger
Si, und wenn du mal in den Süden nach Heidelberg kommst, ist die Sammlung Prinzhorn zu empfehlen (habe ich in guter Erinnerung): http://www.prinzhorn.uni-hd.de/galerie/index.shtml

Übrigens muss noch ordentlich eingewandert und eingebürgert werden für die multinationale Gesellschaft in D; nur 9% der Gesamtbevölkerung sind ethnisch nicht-deutsch: http://en.wikipedia.org/wiki/Germany (Z.B. Frankkreich hingegen, laut Wikipedia: "The 2008 estimates are: 84% French, 7% North African, 7% Other Europeans" und z.B. Peru: "Its population is composed of Amerindians 45%, Mestizos 37%, Whites 15%, and Asians, Afro-Peruvians, and others 3%" ... hm, interessant ... *sich durch Wikipedia klickend* ... oh boy, this is addicitive...).
Januar 10, 2009 | Unregistered CommenterPercy
Ja, von der Sammlung Prinzhorn hörte ich, bzw. sah ich einen Bericht drüber. Spannend.

Danke für die Zahlen, muss zugeben, ich hätte den Anteil komischer Weise rein subjektiv höher eingeschätzt, so kann man sich irren.

Ein paar Zahlen zum multikulturellen Prenzlauer-Berg:

"Der Schriftsteller Maxim Biller nennt den Prenzlauer Berg mittlerweile ironisch eine „national befreite Zone“. Zwar liegt der Anteil der Ausländer bei 11,1 Prozent und damit nur gut zwei Prozentpunkte unter dem Berliner Durchschnitt. Doch die Zusammensetzung ist eine völlig andere. Die größte Gruppe bilden Franzosen, gefolgt von Italienern, Amerikanern, Briten, Spaniern und Dänen. Eine G8-Bevölkerung, hochgebildet und in Arbeit. Es gibt hier zehnmal mehr Japaner als Ägypter. Der Anteil der Türken beläuft sich auf 0,3 Prozent."

Quelle: Bionade Biedermeier http://www.zeit.de/2007/46/D18-PrenzlauerBerg-46?page=2

Dazu fällt mir gerade ein, im Hörbuch "Was geschah mit Schillers Schädel" wurde auf Adele Juda verwiesen, die in den Jahren 1928 bis 1944 etwa 43o Höchstbegabte ("Geniale") und Hochbegabte des deutschen Sprachraums, deren Geburtsdaten in die Zeit zwischen 1650 und der Mitte des 19. Jahrhunderts fielen, erforschte. Kernpunkt des Projekts von Dr. Juda war die "Erforschung der Höchstbegabung, ihrer Erbverhältnisse und Beziehungen zu den psychischen Anomalien".

Dabei kam heraus, dass fast alle große deutschen Dichter psychisch gestört waren, was dazu führte, dass der Bericht zunächst unter Verschluss gehalten wurde. Erst später wurden ihre Forschungsergebnisse anerkannt und auch die psychischen Störungen in die diversen Künstler-Lebensläufe aufgenommen.

Also ist Art Brut so gesehen nichts Neues ;-)

Dazu gibt es im Netz sogar eine Dissertation: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=977774600&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=977774600.pdf
Januar 11, 2009 | Unregistered CommenterSchnutinger
@Percy
Wenn weiter kräftig eingebürgert wird, wird die Gesellschaft doch eher weniger multinational... Deine Zahlen täuschen aber: Wenn man alle Immigranten in die BRD und deren Kinder zusammenzählt, kommt man auf die doppelte Anzahl, nämlich 18,6 %. In vielen Städten liegt die Anzahl bei über einem Drittel der Bevölkerung. In der nächsten Generation werden sich die Größenverhältnisse z.T. drastisch umkehren, bei den unter 5jährigen in Deutschland haben schon jetzt ein Drittel einen Migrationshintergrund (weil mindestens ein Elternteil Migrant war), in einigen Großstädten sind es heute bereits annähernd 2/3 der Kleinkinder - auf Grund der unterschiedlichen demographischen Entwicklung ist die Richtung dieser Entwicklung klar. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes dazu findet ihr hier: http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=070507
Wobei diese Zahlen allein noch nichts über den Grad der Integration aussagt. Natürlich gibt es Migranten, die auch ohne deutschen Pass völlig integriert sind, es gibt aber auch Jugendliche der dritten Zuwanderergeneration, die einfach in einer Parallelwelt verschwinden. In Kreuzberg beträgt der Anteil an türkischen Schulabgängern, die sich weder berufstätig noch arbeitslos melden, 40%!

Wenn man unter "Multikultureller Gesellschaft" versteht, dass man morgens zu kubanischer Musik französisch frühstückt, nach ein bisschen Yoga auf dem türkischen Wochenmarkt einkauft, indisch zu mittag ist, zwischen Bauchtanz- und Salsa-Kurs bei Luigi sein Abendessen einnimmt und zum Schluss bei chilenischem Rotwein einer Klezmergruppe lauscht, während das philippinische Kindermädchen auf die Kleinen aufpasst - dann ist das typischer "Prenzelberg-Lifestyle".
Einen Stadtteil weiter sieht es dann schon etwas anders aus: In Kreuzberg gibt es Schulen, in denen es keine oder kaum noch Deutsche gibt, die letzten Deutschen und integrationswillige Ausländer fliehen von diesen Schulen. Wenn viele Nationalitäten die Schulen besuchen, ist im besten Fall (ein gebrochenes) Deutsch die Umgangssprache, in vielen Kreuzberger Vierteln herrscht aber nicht multikulti, sondern türkische Monokultur. Die Mehrheit bestimmt natürlich auch das Schulleben: Weihnachten und andere Feste werden nicht gefeiert (auch keine muslimischen, das macht man zu Hause), Klassenfahrten, gemeinsamer Sportunterricht, aber auch Schulinhalte wie Sexualaufklärung, Homosexualität, Geschlechterrollen, einige historische Themen, etc. fallen oft (und oft auch im vorauseilenden Gehorsam) "kulturellen Rücksichtnahmen" zum Opfer.
Sicher, ich bin auch gern im Prenzlauer Berg - aber die Haltung vieler dort finde ich verlogen. Man gibt sich wahnsinnig tolerant, aufgeschlossen, multikulturell, umweltbewusst, modern, politisch hyperkorrekt und fühlt sich deswegen allen anderen moralisch weit überlegen. Man begrüßt einen hohen Ausländeranteil und fordert Gesamtschulen - zieht aber in ein Akademikerghetto, aus dem die ursprünglich meist proletarische Bevölkerung durch die steigenden Mieten vertrieben wurde und meldet sein Kind natürlich auf dem Gymnasium an, sehr gern auch auf katholischen Privatschulen.

Ich finde auch den Vergleich mit Frankreich sehr gewagt. Dass Frankreich als frühere koloniale Großmacht mehr Migranten als Deutschland hat, ist doch wohl nicht überraschend. Aber hier gibt es nicht "Mulitkulti", kein gleichberechtigtes Miteinander höchst unterschiedlicher Kulturen, sondern eine klare Leitkultur, deren unbedingte Vorherrschaft niemand anzweifeln würde. (Es gibt auch viele Franzosen, die die weltweite Überlegenheit der französischen Kultur keine Sekunde lang anzweifeln würden). Die Migranten übernehmen meist die vorherrschende Kultur weitgehend, wenn sie nicht gerade in den Ghettos der Banlieues leben müssen.
Frankreich ist ein ausgesprochen selbstbewusstes Einwanderungsland, Deutschland ist ein Einwanderungsland, das nicht wahrhaben will, dass es ein Einwanderungsland ist. Bis 1973 wurden "Gastarbeiter" angeworben, in denen nie mehr als billige Arbeitskräfte gesehen wurden, die die Wirtschaft ankurbeln sollten. Eine Ausländerpolitik gab es nicht, man ging davon aus, dass sie wieder in ihre Heimat zurückgehen, als Mitbürger nahm man sie kaum war. Ablehnung und Desinteresse haben natürlich zu ähnlichen Haltungen der Migranten geführt, gerade viele ausländische Jugendliche haben ein sehr ablehnendes Bild von der deutschen Gesellschaft und dem deutschen Staat, auch wenn sich die Identifikation mit Deutschland durch die WM 2006 deutlich verbessert hat. Ich habe früher ehrenamtlich viel für die Integration von Ausländern gemacht, besonders auffällig finde ich, dass viele Kinder von Migranten sich deutlicher von deutscher bzw. westlicher Kultur abgrenzen als ihre Eltern, etwa wenn junge muslimische Mädchen stolz Kopftücher tragen, obwohl das ihre säkulareren Mütter nie gemacht haben.
In den letzten Jahren hat sich allerdings zumindest in der Diskussion um Ausländerintegration viel bewegt und manche ideologische Schranke ist eingerissen worden. Dass trotzdem noch die simple Tatsache, dass sich die Schüler, Eltern und Lehrer einer Berliner Realschule auf deutsch als Umgangssprache in der Schule geeinigt haben, überhaupt zum Diskussionsgegenstand werden konnte und etwa von den Linksintellektuellen der "Kulturzeit" als repressiv und fremdenfeindlich bezeichnet wurde, zeigt den noch immer verkrampften Umgang mit diesem Thema. In Frankreich wäre so eine Diskussion völlig undenkbar...
Januar 11, 2009 | Unregistered CommenterVertigo
Ich denke das ist eh nur ne Modeerscheinung.
Weihnachtsmann K�
Oktober 16, 2009 | Unregistered CommenterWeihnachtsmann K�

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