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Fettecken gestern und heute

Die bevorzugten Margarinesorten von Josef Beuys beim Aufbau seiner Fettecken waren Rama und Deli Reform. Angesichts der vielen fettleibigen Deutschen würde er heute in Zeiten aus Gründen von political correctness wohl eher Lätta und Becel verwenden.

Firmen von heute würden auch damit werben: "Rama, die Margarine, die Josef Beuys zu Kunst macht und umgekehrt!" oder "Rama, nichts ranzt besser!"

Posted on Sonntag, Mai 4, 2008 at 22:06 by Registered CommenterSchnutinger | Comments1 Comment

Reader Comments (1)

Zuerst mal: Beuys hat als deutscher Künstler & Gutmensch für seine Fettecke selbstverständlich nur gute Butter verwendet

http://de.wikipedia.org/wiki/Fettecke

- für die ein gewisser Johannes Stüttgen, dem das Werk
irgendwie gewidmet war, nach dessen Zerstörung durch
einen banausischen Hausmeister per Vergleich vierzigtausend
Deutsche Mark eingestrichen hat. Schön und gut - aber eigentlich doch alles irgendwie ziemlich popelig und nur mäßig unappetitlich*. Die Devise auch und gerade für den
Lebensmittelkünstler sollte doch eigentlich lauten "Think
big!" - und genau dies tat der amerikanische Künstler Cosimo
Cavallaro (er hat einst mit seiner lebensgroßen Erlöserplastik aus Schokolade namens "Sweet Jesus" Furörchen gemacht), der in seiner Installation "House of Cheese" ein komplettes Häuschen in Powell, Wyoming außen und innen mit Käse vollsaute

http://thescreamonline.com/strange/strange2-1/index.html

Es handelte sich übrigens um Cheddar-Käse, was bei der katholischen Hierarchie nach dem Knatsch mit dem Schoko-Jesus ziemliche Erleichterung ausgelöst haben dürfte - nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn der Künstler sich z.B. einer Sorte bedient hätte, die, wie wir hören, im antipapistischen England nach wie vor frei verkäuflich ist:

http://de.wikipedia.org/wiki/Stinking_Bishop

In diesem - oder irgendeinem anderen - Zusammenhang erhebt sich nun aber die Frage: Wie beschränkt sind eigentlich die amerikanischen Trucker? Da verrutscht einem von ihnen die
Ladung und verteilt sich recht pittoresk über den Asphalt

http://www.truckspills.com/beer_spill_1.jpg

Aber kommt einer von ihnen auf die Idee, das Ganze zur
astreinen und voll gesellschaftskritischen Installation zu
deklarieren und es z.B. dieser fröhlichen Zecherrunde

http://www.documenta.de/typo3temp/pics/36cbb21635.jpg

als Objekt zur Documenta XIII (Achtung, vormerken: 9.6.
bis 16.9.2012!) anzudrehen? Nö. Wie gesagt: Einfach keine Fantasie, diese Trucker. Die Kästen auf dem Bild sehen mir sowieso verdächtig halbleer aus ...


* Wenig bekannt übrigens, dass im Land der Ideen vor Jahren ein Startup (Existenzgründung, you know) scheiterte, Fettecken mittels serienmäßiger Herstellung

http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Butter_F%C3%BCgen.jpg

als Wohnzimmerkunst zu etablieren; hier blieb gottseidank einstweilen alles beim Alten:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/629179/startpic/8


Mai 7, 2008 | Unregistered CommenterMopsos

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